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Funktionieren ist nicht Zusammenarbeiten. Was Teams wirklich brauchen.

Gastbeitrag von Dr. Adiba Maignan


Das stille Problem

Projekte, die schleppend laufen. Entscheidungen, die hängen bleiben. Themen, die immer wieder auftauchen ohne dass sich wirklich etwas verschiebt. Irgendwas stimmt nicht, aber es lässt sich nicht greifen. Das Team arbeitet, die Aufgaben werden erledigt, niemand beschwert sich laut. Und trotzdem zieht sich etwas.

Das ist keine Frage von fehlendem Einsatz oder schlechtem Willen. Das ist Reibung. Leise, unsichtbar und meistens teurer als erwartet. Laut McKinsey sagen 97 % aller Führungskräfte und Mitarbeiter:innen, dass mangelnde Ausrichtung im Team das Projektergebnis direkt beeinflusst. Und trotzdem ist Teamdynamik das Thema, das in den meisten Unternehmen am längsten wartet. Weil es kein akutes Problem ist. Keine kaputte Maschine, keine offene Stelle, keine Deadline. Nur diese leise Reibung, jeden Tag ein bisschen.

Warum dieser Blick oft fehlt

Geschäftsführung und Gründer:innen haben naturgemäß einen anderen Fokus: Märkte, Zahlen, Strategie, Wachstum. Das ist gut so, genau dafür sind sie da. Aber dieser Fokus bedeutet auch, dass der Blick auf die Dynamiken innerhalb des Teams oft nicht der erste ist, der geschärft wird. Das ist keine Schwäche. Es ist eine Frage der Perspektive.

Die Muster, die irgendwann zu echten Problemen werden, sind meist lange vorher da. Sie zeigen sich in kleinen Signalen: einer Rolle, die zwischen zwei Personen hängt. Einem Konflikt, der nie ausgesprochen, aber immer mitgetragen wird. Einer Stärke im Team, die am falschen Platz eingesetzt wird. Solange der Betrieb läuft, gibt es wenig Anlass, ihnen nachzugehen.

Was eine Teamanalyse leistet

Eine Teamanalyse ist kein Stimmungsbarometer und kein Konfliktdetektor. Sie ist eine strukturierte Bestandsaufnahme – mit dem Ziel, ein klares Bild davon zu bekommen, wie ein Team wirklich funktioniert. Das umfasst mehr als die offensichtlichen Fragen. Natürlich geht es darum, wo es hakt. Aber genauso darum, was bereits gut läuft und gestärkt werden kann. Und vor allem: warum bestimmte Muster entstehen – denn nur wer die Ursache versteht, kann nachhaltig etwas verändern.

Konkret schaut eine gute Teamanalyse auf mehrere Ebenen: Sind Rollen und Verantwortlichkeiten klar verteilt? Wie fließen Informationen – und wo entstehen Missverständnisse? Welche Stärken sind vorhanden, und werden sie auch dort eingesetzt, wo sie am meisten bringen? Gibt es wiederkehrende Reibungspunkte oder Strukturen, die Zusammenarbeit erschweren?

Das Ergebnis ist keine Präsentation, die niemand liest – sondern eine konkrete Grundlage für Gespräche, Entscheidungen und Veränderungen.

Der richtige Zeitpunkt

Teamanalysen werden oft dann angestoßen, wenn es bereits brennt. Ein Konflikt eskaliert, eine Schlüsselperson kündigt, ein Projekt scheitert. Dann ist der Druck groß genug, um zu handeln.

Aber die wirkungsvollste Teamanalyse ist nicht die, die nach der Krise kommt. Es ist die, die verhindert, dass es so weit kommt.

Gute Zeitpunkte sind zum Beispiel nach Wachstumsphasen, wenn ein Team schnell größer geworden ist und neue Strukturen noch nicht greifen. Oder vor strategischen Veränderungen, wenn klar sein sollte, ob das Team dafür aufgestellt ist. Oder einfach als regelmäßiges Check-in – weil Teams sich verändern und was vor einem Jahr gestimmt hat, heute nicht mehr stimmen muss.

Zusammenarbeit passiert nicht einfach so

Gute Teamarbeit ist kein Zufall. Sie entsteht, wenn Rollen klar sind, Stärken richtig eingesetzt werden und Dynamiken verstanden – nicht nur gefühlt – werden.

Eine strukturierte Teamanalyse schafft genau diesen Rahmen. Sie gibt der Geschäftsführung einen ehrlichen Blick auf das, was das Team wirklich bewegt. Und sie gibt dem Team das Gefühl, dass Zusammenarbeit kein Zufallsprodukt ist – sondern aktiv gestaltet wird.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit duple – einer Beratung, die Unternehmen dabei begleitet, ihre Teams zu verstehen und weiterzuentwickeln. Mehr unter duple.

 

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