Apple Build with Pride

Build with Pride bei Apple: Sichtbarkeit ist ein Netzwerkeffekt

5895 Meter, Kilimandscharo, kurz vor Sonnenaufgang. Der Wind schneidet, die Luft ist zu dünn zum Reden, und trotzdem ziehe ich aus dem Rucksack noch eine zusammengefaltete Regenbogenflagge. Zwei Minuten später steht sie im Wind zusammen mit der Flagge von PinkSummits. PinkSummits heißt die Kampagne, die ich vor Jahren mitgegründet habe: queere Sichtbarkeit über Bergsport und Bergexpeditionen zu steigern. Dabei habe ich unter anderem Elbrus (Russland), Mont Blanc (Frankreich), und dreimal den Kilimandscharo (Tansania) bestiegen. Ich habe diesen Moment inzwischen mehrfach erlebt. Trotzdem überrascht mich jedes Mal, was Bergsteigen mit Unternehmertum zu tun hat.

Build with Pride bei Apple in Berlin Mitte

Am 22. Juli 2026 sitze ich bei Apple in Berlin Mitte auf einem Panel im Rahmen von Build with Pride, im Gespräch mit Nora v. Breitenbach von Quouch und Igor Ranc. Das Thema ist wie aus einer Idee ein Geschäft wird, wenn man aus einer Minderheit heraus gründet. Ich könnte darüber reden, wie schwer das ist. Interessanter finde ich, worüber seltener gesprochen wird: Sichtbarkeit ist ein Netzwerkeffekt, und Netzwerkeffekte sind harte Business-Währung. Sichtbare Gründer:innen kommen früher an Kapital, Kontakte und Vertrauen. Das lässt sich in Investment-Runden und Umsatzzahlen ablesen.

Vier Rollen und ein Muster

Vier Rollen liefern mir vier Blickwinkel auf ein Muster. Erst im Zusammenspiel wurde mir klar, wie sehr sie sich verstärken. Bei Ananda Impact Ventures unterstütze ich seit Jahren als Venture Partner Gründungsteams beim Wachstum, die sich gesellschaftlichen Problem widmen. Bei identity.vc, Europas erstem VC-Fonds mit Fokus auf LGBTQ+ Gründungsteams, bin ich Limited Partner und sehe von der anderen Seite, wie viel Kapital an guten Teams vorbeifließt, einfach weil der warme Draht fehlt.

In Leipzig unterstütze ich als Teil der HHL Leipzig die Summer School for Diverse Startups von SpinLab und HHL Digital Space, die dieses Jahr „zufällig“ in dieselbe Pride-Week fällt wie das Apple-Panel. Dort erlebe ich die Lücke aus nächster Nähe: gute Idee, – und Zugang gesucht. Und mit PinkSummits arbeite ich an queerer Sichtbarkeit durch Outdoor-Sport.

Warum diverse Teams anders verhandeln

Was mich als Sparringspartner an diverseren Teams am meisten überzeugt: Sie verhandeln anders. Sie stellen Fragen, die homogene Teams sich selten stellen, weil sie die blinden Flecken der Mehrheit gar nicht als blind erleben. Bei einem Portfolio-Unternehmen hat eine Gründerin auf eine Zielgruppe hingewiesen, die im ursprünglichen Businessplan schlicht nicht vorkam. Das Team hat sein Pricing danach komplett überarbeitet, mit spürbarer Wirkung auf den Umsatz. Diesen Vorteil verschenkt jedes Team, das zu ähnlich denkt.

Was das für alle anderen Gründer bedeutet

Ich rede hier auch zu Gründern, die selbst keiner Minderheit angehören. Wer sein Netzwerk aktiv öffnet, holt sich andere Perspektiven ins Haus, bevor der Markt sie teuer zeigt. Wer wartet, bis ein Investor Diversität im Term Sheet anspricht, hat den Moment verpasst, in dem sie noch ein Vorteil war.


22. Juli 2026 – Apple in Berlin Mitte

Am 22. Juli 2026 spreche ich also mit Nora und Igor darüber: Herausforderungen, Mut zum Risiko, und was am Ende tatsächlich trägt. Die Session ist Teil von Build with Pride, kostenlos, auf Englisch, die Plätze sind begrenzt. Anmeldung unter Apple.co. Wer nach dem Panel selbst über sein Team, seine Kapitalstruktur oder seine nächste Finanzierungsrunde sprechen will, weiß, wo er mich findet. 😉

Build with Pride - Apple Steffen Zoller

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