
MediSteg: Der Ärztemangel scheitert am System – und Ärztesuche wird doch klappen
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen wird meist auf eine einzige Frage reduziert: Wo finden wir mehr Ärztinnen und Ärzte? An dieser Stelle liegt der eigentliche Denkfehler. Die größte Herausforderung ist heute nicht, irgendwelche Kandidaten zu finden. Sie besteht darin, die Kandidaten-Pipeline neben dem begrenzten Pool an nationalen Kandidaten zu erweitern, um qualifizierte internationale Ärztinnen und Ärzte durch ein hochkomplexes Anerkennungs- und Integrationssystem zu bringen.
MediSteg ist ein innovatives Software-Unternehmen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer eigenen Recruiting-Suite Kliniken dabei zu unterstützen, die Lücke zwischen internationalen Ärztinnen und Ärzten und deutschen Kliniken zu schließen.
Der Engpass beginnt lange vor der Stellenbesetzung
Deutschland ist auf internationale Ärztinnen und Ärzte angewiesen. Bereits 13% aller Ärze in Deutschland ist im Ausland ausgebildet, in vielen Bundesländern sind es bereits ca. 20% der Ärzte. Trotzdem scheitert die Integration vieler qualifizierter Medizinerinnen und Mediziner an administrativen und sprachlichen Hürden, nicht an ihrer fachlichen Kompetenz. Approbation, Fachsprachprüfung, Behördenkommunikation, Dokumentenbeschaffung, Kliniksuche und Integration greifen ineinander. Fällt ein Baustein aus, verzögert sich der gesamte Prozess oft um Monate.
Für Kliniken heißt das meist: Stellen bleiben unbesetzt, und die bestehenden Teams tragen die Last. Für internationale Ärztinnen und Ärzte bedeutet es vor allem Unsicherheit und finanzielle Belastung, verbunden mit der Frage, ob Deutschland überhaupt der richtige Karriereweg ist.
Was eine unbesetzte Assistenzarztstelle wirklich kostet – Cost of Vacancy
Die Debatte um den Ärztemangel dreht sich fast immer um Fach- und Oberarztstellen. Assistenzarztstellen geraten dabei schnell aus dem Blick, obwohl sie zahlenmäßig die größte Gruppe im ärztlichen Dienst einer Klinik stellen. Ein Grund dafür: Assistenzarztstellen werden in der Praxis bisher selten aktiv vermittelt. Auch auf digitalen Jobbörsen sind sie gegenüber Fach- und Oberarztstellen unterrepräsentiert. Kliniken verlassen sich stattdessen auf Passive Recruitment – also Initiativbewerbungen und persönliche Kontakte. Das verlängert die Vakanzdauer, ohne dass es in den üblichen Recruiting-Kennzahlen sichtbar wird.
Wie teuer das wird, lässt sich mit der Kennzahl Cost of Vacancy (CoV) beziffern. Cost of Vacancy, auf Deutsch Vakanzkosten, beschreibt den wirtschaftlichen Schaden, der einer Klinik entsteht, solange eine Stelle unbesetzt bleibt: Mehrarbeit des bestehenden Teams und teurere Honorarkräfte als Ersatz, mit der Folge, dass Behandlungskapazität verloren geht. Berechnet wird das über eine einfache Formel: das Jahresgehalt der Stelle geteilt durch die durchschnittlichen Arbeitstage im Jahr, multipliziert mit einem Faktor für die Bedeutung der Position auf einer Skala von 1 (nötig) bis 3 (sehr wichtig), multipliziert mit der Zahl der Tage, die die Stelle unbesetzt bleibt (u.a. auch in Anlehnung an praktischArzt „Wie viel kostet eigentlich eine unbesetzte Stelle?“, 2025).
Für eine Assistenzarztstelle sieht die Rechnung konkret so aus. Das Einstiegsgehalt im ersten Weiterbildungsjahr liegt tarifvertraglich bei rund 5.300 Euro brutto im Monat, also etwa 64.000 Euro im Jahr (Quelle: Marburger Bund, Tarifvertrag TV-Ärzte, 2026). Den Bedeutungsfaktor aus dem CoV-Modell setzen wir bei 2 an. Wichtig, aber ohne die Führungs- und Ausbildungsverantwortung, die einen Faktor 3 rechtfertigen würde. Diese Einordnung ist meine eigene, nachvollziehbare Einschätzung innerhalb der Skala, keine extern erhobene Kennzahl. Sie bildet ab, dass Assistenzärzte die patientennahe Versorgung im Stationsalltag einer Klinik tragen, ohne eine disziplinarische oder ausbildende Funktion zu haben. Nehmen wir für die Beispielrechnung eine Vakanzdauer von sechs Monaten an, wie sie bei nicht aktiv beworbenen Assistenzarztstellen keine Seltenheit ist:
64.000 Euro / 250 Arbeitstage = 256 Euro pro Tag 256 Euro * Faktor 2 = 512 Euro pro Tag 512 Euro * 180 Tage = 92.160 Euro Cost of Vacancy
Eine einzelne, still vor sich hin vakante Assistenzarztstelle kostet eine Klinik in einem halben Jahr also rund 92.000 Euro, ohne dass überhaupt ein aktiver Recruiting-Prozess gelaufen ist. Bei drei oder vier gleichzeitig unbesetzten Stellen, in Abteilungen mit chronischem Personalmangel keine Seltenheit, bewegt sich der jährliche Verlust schnell im hohen sechsstelligen Bereich.
Kliniken bezahlen diesen Denkfehler teuer. Assistenzarztstellen gelten als weniger dringlich, weil sie seltener eskalieren als eine unbesetzte Chefarztposition. Ihr kumulierter Cost of Vacancy über viele Stellen hinweg übersteigt jedoch oft den einer einzelnen Führungsposition, nur verteilt sich der Schaden leiser über den gesamten Klinikbetrieb.
Die Gesundheitsreform verschärft den Druck
Während der Ärztemangel unverändert drängt, kommt aktuell eine zweite Belastung hinzu. Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) beschlossen, der Bundesrat verzichtete am selben Tag auf die Anrufung des Vermittlungsausschusses. Die meisten Regelungen treten zum 1. Januar 2027 in Kraft und sollen die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren, mit spürbaren Kürzungen auch im Krankenhausbereich (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilung vom 10.07.2026).
Eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts für die Deutsche Krankenhausgesellschaft von Ende Juni 2026 zeigt, wie ernst die Kliniken die Lage einschätzen. Von 520 befragten Häusern rechnen 42 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser bis Ende 2027 mit einem hohen oder sehr hohen Insolvenzrisiko, bis Ende 2028 steigt der Anteil auf 53 Prozent. Bei den psychiatrischen Fachkliniken liegt der Anteil mit 11 beziehungsweise 25 Prozent niedriger, allerdings mit derselben steigenden Tendenz (Quelle: Deutsches Krankenhausinstitut / Deutsche Krankenhausgesellschaft, „Auswirkungen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die Krankenhäuser“, Juli 2026).
Als wahrscheinlichste Reaktion auf das BStabG nennen die befragten Kliniken Einstellungsstopps und Personalabbau, noch vor der Kürzung von Investitionen. Fast ebenso hoch bewerten sie die Einschränkung von Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten. Diese Angebote entscheiden aber darüber, wie viele Assistenzärztinnen und Assistenzärzte eine Klinik überhaupt ausbilden kann, unabhängig davon, ob sie aus dem Inland oder aus dem Ausland kommen.
Für Kliniken entsteht dadurch ein Zielkonflikt. Der Ärztemangel verschwindet durch das Sparpaket nicht. Die demografische Entwicklung treibt den Versorgungsbedarf unabhängig von der Reform weiter nach oben, während weniger Weiterbildungskapazität und eine strengere Einstellungspolitik das Angebot an ausgebildeten Fachkräften mittelfristig zusätzlich verknappen. Gleichzeitig sinkt der finanzielle Spielraum, sich Fehlbesetzungen oder lange Vakanzen zu leisten. Wer unter diesen Bedingungen internationale Ärztinnen und Ärzte gewinnen will, kann sich eine unsaubere Integration noch weniger leisten als bisher.
Recruiting endet dort, wo die eigentliche Arbeit beginnt
Viele Vermittlungsagenturen sehen ihre Aufgabe mit der Vorstellung geeigneter Kandidaten als erledigt an. Nach vielen Jahren im internationalen Healthcare-Recruiting sehe ich das anders. Die eigentliche Wertschöpfung entsteht nach dem ersten Gespräch. MediSteg begleitet mit ihrer Software-Lösung internationale Ärztinnen und Ärzte von der Fachsprachprüfung über das Approbationsverfahren bis zum ersten Arbeitstag in der Klinik. Auch danach bleibt MediSteg Ansprechpartner für beide Seiten. Das reduziert Reibungsverluste und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Zusammenarbeit deutlich.
Qualität schlägt Masse
Der Markt für internationale Ärzte wird zunehmend professioneller. Kliniken brauchen keine großen Lebenslaufdatenbanken. Sie brauchen einen effizienten (technischen) Zugang zu Kandidat:innen, die fachlich passen und sprachlich vorbereitet sind, mit realistischen Erwartungen an die Arbeit in Deutschland. Die Vorbereitung, das Trainining und Matching klappt am Ende nur durch technsiche Innovationen. Ärztinnen und Ärzte wiederum erwarten auch effiziente (digitale) Prozesse, Transparenz und eine Beratung, auf die Verlass ist. Wer internationale Fachkräfte nur als Lösung für Personalengpässe betrachtet, baut auf Dauer weder stabile Teams noch eine belastbare Arbeitgebermarke auf.
MediSteg verfolgt deshalb bewusst einen selektiven, effizienten Ansatz: weniger Vermittlungen, dafür mit höherer Qualität und persönlicher Begleitung – dank digitaler Innovationen und Technologien. Die Prozesse sind fair, für Ärztinnen und Ärzte fallen dabei keine versteckten Kosten an.
Integration entscheidet über den Erfolg
Eine Vermittlung endet nicht mit der Vertragsunterschrift. Was zählt, zeigt sich erst, wenn Ärztinnen und Ärzte fachlich und sprachlich im neuen Klinikalltag angekommen sind. Für die Klinik bedeutet das geringere Fluktuation und schnellere Einsatzfähigkeit. Für die Ärztin oder den Arzt bedeutet es vor allem eines: sich auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren zu können, die Versorgung der Patienten. Hier trennt sich kurzfristige Personalbeschaffung von nachhaltiger Personalgewinnung.
MediSteg versteht sich als Brücke
Der Name beschreibt die Rolle bewusst. MediSteg verbindet internationale Ärztinnen und Ärzte mit deutschen Kliniken, das geht über klassische Recruiting-Angebote hinaus. Internationale Mediziner bringen fachliche Kompetenz und die Bereitschaft mit, sich auf ein neues System einzulassen. Deutsche Kliniken brauchen genau diese Fachkräfte. Dazwischen liegt ein anspruchsvoller Prozess, der Erfahrung, Vertrauen und digitale Lösungen verlangt und sich nur mit strukturiertem, innovativem Projektmanagement bewältigen lässt. Daran arbeitet MediSteg. Unser Ziel ist nicht die höchste Zahl an Vermittlungen. Unser Ziel ist, dass aus jeder Vermittlung eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit wird – mithilfe von innovativen Technologien. Davon profitieren am Ende die Ärztinnen und Ärzte ebenso wie die Kliniken, und mit ihnen die Patienten, die dort versorgt werden.
Mehr über MediSteg und unseren Ansatz finden Sie unter MediSteg.
