Exit Readiness (c) Comet

Exit Readiness – Warum gute Unternehmen verkaufsbereit sein müssen, lange bevor sie verkauft werden

Exit Readiness – Warum gute Unternehmen verkaufsbereit sein müssen

Eine aktuelle Studie von Grant Thornton aus dem November 2025 zeigt ein klares Bild: Über die Hälfte der Portfoliounternehmen von (Private-Equity-)Investoren sind nicht ausreichend auf einen Exit vorbereitet.

In einem Markt, der von Unsicherheit, Bewertungsdruck und hoher Kapitalzurückhaltung geprägt ist, ist das ein Warnsignal – und ein Weckruf zugleich.

Exit Readiness ist kein „Luxusprojekt“ kurz vor dem Verkauf, sondern ein strategischer Prozess, der frühzeitig beginnt – idealerweise Jahre, bevor ein tatsächlicher Exit geplant ist.


Warum Exit Readiness Teil des Unternehmenslebenszyklus sein sollte

In meiner Arbeit mit Unternehmern – Gründern und Mittelständlern – und Investoren beobachte ich immer wieder ein ähnliches Muster: Der Fokus liegt singulär stark auf Wachstum oder Produktentwicklung oder operativer Exzellenz – aber kaum jemand denkt an den Moment, wenn das Unternehmen den Eigentümer wechseln soll.

Dabei ist die Vorbereitung auf diesen Schritt ein natürlicher Teil des Lebenszyklus eines Unternehmens. Genau wie beim Aufbau eines Management-Teams, eines Produkts oder der Professionalisierung von Prozessen braucht auch der mögliche Unternehmensverkauf eine klare Strategie.

Ein Unternehmen, das exit-ready ist, zeichnet sich durch Transparenz, Skalierbarkeit und klare Strukturen sowie Dokumentation aus:

  • Finanzielle Transparenz: nachvollziehbare KPIs, Reporting und Forecasts, die Vertrauen schaffen.
  • Strategische Klarheit: ein Geschäftsmodell, das ohne Gründer funktioniert.
  • Organisatorische Reife: Prozesse und Strukturen, die dokumentiert sind und einen reibungslosen Übergang ermöglichen.
  • Kulturelle Stärke: ein Team, das Veränderung trägt statt sie zu fürchten.

Was ich als Gründer und Business Angel gelernt habe

Als Gründer habe ich selbst erlebt, wie entscheidend die richtige Vorbereitung ist – nicht erst, wenn der erste potenzielle Käufer anklopft (oder zum Anklopfen gebracht wird). Bei Betreut.de zum Beispiel war der Exit an ein amerikanisches Unternehmen, welches dann an die New Yorker Börse (NYSE: CRCM) ging, das Ergebnis jahrelanger Arbeit an genau diesen Grundlagen. Der Erfolg lag nicht nur im Geschäftsmodell und Positionierung, sondern in der Fähigkeit, das Unternehmen „attraktiv“ und „übergabefähig“ zu machen. In „Perfektion“ haben wir dies bei einem Management-Buy-Out von Care With Care und dann mit dem Wiederverkauf an SMS / MIMS nach ein paar Jahren gemacht. Ein wesentlicher Grund für den erfolgreichen Verkauf lag nach Aussagen des Käufers neben der Performance an der „Exit Readiness„!

Auch als Business Angel sehe ich bei jungen Unternehmen oft: Das Produkt entwickelt sich, das Team wächst – aber die Dokumentation, Kennzahlen und Governance bleiben hinten an, die später eine Welle an Vorbereitung und Arbeit bedeutet. Wenn dann ein Exit oder eine größere Finanzierungsrunde ansteht, wird plötzlich hektisch „aufgeräumt“. Das kostet Zeit, Energie, Nerven – und oft auch Geld.

Exit Readiness heißt, die eigene Firma jederzeit so aufgestellt zu haben, dass ein Verkauf eine Option ist – keine Notlösung.

Der Markt verändert sich – die Perspektive sollte es auch

Laut M&A Review führt mangelnde Exit Readiness zunehmend zu einem „Exit-Stau“ im Markt. Viele Unternehmen sind profitabel, aber nicht verkaufsfähig, weil Unterlagen fehlen, Governance schwach ist oder Abhängigkeiten von Schlüsselpersonen zu hoch sind. Dies wird im Zweifel als Blocker bei Verkaufsprozessen gewertet. Dabei ist ein gut vorbereiteter Exit nicht nur für Investoren, sondern auch für Gründer, Unternehmer und Teams eine enorme Chance:

  • Weniger Zeitdruck und bessere Optionen
  • Wertsteigerung durch professionelles Setup
  • Attraktivität für strategische Käufer
  • Höhere Verhandlungssicherheit

Fazit: Exit Readiness beginnt nicht beim Exit

Exit Readiness ist letztlich ein Ausdruck unternehmerischer Reife. Es geht darum, das eigene Unternehmen so zu führen, dass es auch ohne einen selbst funktionieren – und wachsen – kann. Oder anders gesagt: Ein gutes Unternehmen ist jederzeit verkaufsfähig – auch wenn es nie verkauft wird.

Über den Autor

Ich bin Unternehmer, Business Angel und Sparringspartner für Unternehmer („Unternehmer für Unternehmer“). Als Seriengründer (u.a. Betreut.de, Care With Care, Digital Career Institute, FJI Future Job Institute, Care Forward) und Investor begleite ich Unternehmer (Startups, Grown Ups, Mittelständler) in Wachstums- und Transformationsphasen – von der Skalierung bis zur Exit-Vorbereitung. Wenn du wissen willst, wie exit-ready dein Unternehmen ist, oder ob sich eine strukturelle Vorbereitung jetzt lohnt: Sprich mich gerne an.

Exit Readiness (c) Comet
Exit Readiness (c) Comet

Einen Kommentar schreiben